Die Diskussion um den „verkaufsoffenen Sonntag“ ist eine Farce!

Man mag es bedauern oder auch nicht, aber die christlichen Kirchen repräsentieren nicht mehr die Mehrheit der Gesellschaft. Und ihre Regeln setzen nur noch einen lockeren Rahmen, der längst durchbrochen ist.

An jedem Sonntag, den der Herr werden lässt, brechen in Deutschland zahllose Menschen das Ruhegebot, weil sie Busfahrer, Bäcker, Hotelangestellte oder Krankenschwestern sind. Das wird allgemein akzeptiert und keinen stört es. Weshalb also droht der Untergang des Abendlandes nun ausgerechnet, wenn auch die Läden in den Zentren unserer großen Städte sonntags geöffnet werden?

In Städten wie Berlin, Düsseldorf, Köln, Hamburg oder München aber auch in anderen großen Städten in Deutschland, geht es darum, das richtige und alternativlose Konzept der Dienstleistungsmetropolen mit Leben zu erfüllen; weniger für die Einwohner der Städte selbst, die zum entspannten Einkauf den Sonntag nicht unbedingt brauchen, auch wenn sie ihn intensiv nutzen. Viel wichtiger ist die Wirkung auf Wochenendtouristen, die durch einen offenen Sonntag oft einen zusätzlichen Tag zum Einkaufen geschenkt bekommen und dieses Angebot gern annehmen.

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Schon die Erweiterung der Öffnungszeiten abends und am Sonnabend war unter diesem Aspekt ein riesiger Erfolg. Daraus mag, wie in vielen anderen Metropolen der Welt, ein anderer Rhythmus erwachsen, etwa eine faktische Geschäftsruhe am Montagvormittag, wenn ohnehin keine Kunden unterwegs sind. So anpassungsfähig sollte eine „Weltstadt“ sein.

Vor Jahren ist der Kampf um den Ladenschluss mit ähnlicher Verbissenheit um den langen Sonnabend geführt worden. Möchte heute noch jemand zurück in die Zeit, als mittags um zwei die Bürgersteige hochgeklappt wurden?

Nein, ich möchte das nicht.

Unser lokaler Einzelhandel benötigt eine Chancengleichheit um im Kampf gegen die Giganten des Internethandels zumindest gleichberechtigt zu sein. Wer sich gegen die Liberalisierung des Einzelhandels stellt, verkennt die Gefahren, die sich für unsere Innenstädte ergeben und setzt hunderttausende Jobs aufs Spiel.

Und denken wir noch einen Meter weiter: Führt man den Sonntag als normalen Arbeitstag ein – unter Beibehaltung der Arbeitszeitgesetze (ArbZG) und gleichzeitiger Abschaffung der Sonntagszuschläge – könnten Millionen neue Arbeitsplätze geschaffen werden. Doch dazu scheinen weder Sozial- und Christdemokraten, noch Gewerkschaften und Kirchen bereit zu sein. Sie beharren darauf, den Arbeitsmarkt durch einen vermeintlichen „Ruhetag“ künstlich zu verknappen, lügen sich diesen in die Tasche und sichern sich so ihre Daseinsberechtigung.

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